»IIH-4 Festival CAUSTIC SHARDS« // Installation // AEG // 30. & 31.07. 16H

Installation »Caustic Shards« im Rahmen von IIH-4

Freitag 30. & Samstag 31.7.2021 ab 16 Uhr Fotostudio Riese Auf AEG Nürnberg

Tobias Rauch (Video-Animation) | Zoé Mahlau (Sounddesign) | Simon Schallé (Kinetische Installation)

Die audiovisuelle Installation Caustic Shards zeigt Erinnerungen einer Spiegelfläche und ist aus der Idee heraus entstanden, was passiert, wenn reflektierende Oberflächen ihre Spiegelbilder konservieren könnten. So wird die Spiegel- zur Projektionsfläche (Simon Schallé) und erzählt die stilisierte Geschichte (Zoe Mahlau und Tobias Rauch) von Sound und Licht aus einem nahegelegenen Logistikzentrum.

Ähnlich wie bei einer Traumrekonstruktion, die bereits zu verblassen beginnt, gelingt es dem Spiegel lediglich statische Konturen und Facetten wiederzugeben. Daraus entwickelt der Protagonist den starken Wunsch, den neuen Raum mit Licht zu fluten und aus dem Spiegel auszubrechen. Die Fläche bündelt ihre visuellen Ressourcen und erschafft so einen eigenen Organismus, dem es jedoch, aufgrund seiner Abhängigkeit zur Lichtquelle selbst, letztlich nicht gelingt den neuen Raum einzunehmen.

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Die ursprüngliche Räumlichkeit findet sich ebenso fragmentiert in dem klanglichen Narrativ der Installation. Die dem ursprünglichen Gebäude anhaftenden Klänge werden in der neuen Umgebung in Erinnerung gerufen, finden sich jedoch in ihrer neuen Umgebung zu einem sich immer weiter entfremdenden und neu konstruierenden Soundkosmos zusammen. Aus der stumpfen Fieldrecording-Atmosphäre entsteht so ein neuer klanglicher Protagonist, der immer wieder gefangen in seiner neuen Umgebung mit sich selbst in Konflikt tritt, sich in Höhepunkten gipfelnd neu erfindet und sich dennoch in einem unendlichen Kreislauf wiederfindet. 

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Bei der Installation werden Sounddesign, generative visuelle Inhalte und kinetische Objekte kombiniert, um dem Besucher ein überzeugendes immersives Erlebnis zu bieten. Hierbei liefert die im Raum schwebende, von Simon Schallé konstruierte, Spiegelfläche die Leinwand. Durch den audioreaktiven visuellen Output von Tobias Rauch und dem Sounddesign von Zoe Mahlau wird diese Fläche aufgenommen und in eine raumgreifende Installation umgewandelt.

Technische Informationen

Die Installation basiert auf der Steuerung einer abgehängten Tragfläche, die sich in der vertikalen Achse bewegt. Sie misst 4,50 x 4,0 Meter und ist in 42 Quadrate unterteilt, die aus polierten Aluminiumelementen bestehen. Das Setup besteht aus einem Industrieprofilsystem, ebenfalls aus Aluminium, das vom Boden aus mit einem leistungsstarken Projektionsgerät bespielt wird. Durch die Bewegung der Spiegelfläche verändert sich kontinuierlich der Abstrahlwinkel der Projektion, wodurch der organische Charakter der Animation verstärkt wird. Das Sounddesign steuert die Dramaturgie der Installation und wird durch das audioreaktive Feedback der Animation verstärkt.

Künstler:innen

Tobias Rauch ist freiberuflicher Art Director und digitaler Künstler aus Nürnberg mit dem Fokus auf Bewegtbildidentitäten. Seine Arbeiten untersuchen abstrahierte Bewegungsabläufe im 2- und 3-dimensionalen Raum und verfolgen oftmals eine stark von der Natur beeinflusste Narrative. Dabei werden organische Attribute auf ihre Art der Bewegung reduziert und auf formlose Körper übertragen. Mithilfe von Analyse-Tools können diese konstruierten Organismen mit äußeren Einflüssen wie beispielsweise Sound interagieren und entwickeln sich zu kinetischen Hybridformen weiter, die nicht eindeutig organisch oder technisch zu beschreiben sind.

Zoe Mahlau ist Sound Artist und Malerin aus Frankfurt am Main. Empfindsam und intuitiv begegnet sie Musik und Sound. In Klanginstallationen und Performances arbeitet Zoe häufig mit Live-Sampling und der Verschränkung von Bewegung und Ton. Ihre mit der Installation von Schallé und Rauch korrespondierende Soundarbeit greift Feldaufnahmen aus brachliegenden Räumen auf, die sie neu interpretiert. Dadurch entsteht eine dynamische und ambienthafte Klangkollage, die sich von feinen Skizzen in konkrete elektronische Geräuschwelten entwickeln.

Simon Schallé studiert Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg und hat sein Vorwissen aus dem Modell- und Prototypenbau. Basierend auf seiner aktuellen Arbeit in Theatern, Clubs und auf Festivals schafft er Transformationsprozesse, bestehend aus maschinellen und industriellen Baugruppen. In der Entwicklung dieser Arbeiten geht er auch der dynamischen Lichtforschung nach, welche sich in der Kooperation mit verschiedenen Künstlern zeigt. Dabei schafft er Skulpturen aus unkonventionellen Rohstoffen wie Licht.

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